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Aus der Zeit des alten Hotels

"Das Wasser am Gurnigel, das ist zu vielem nutz."

Dieser Werbespruch war im Bahnhof Bern am Ende des letzten Jahrhunderts zu lesen. Das heilsame Quellwasser des Stockbrünnleins wird bereits 1561 erwähnt. Die Quelle erhielt ihren Namen von einem holen Stock oder Baumstamm, unter welchem sie zu entspringen schien.

Die Quelle des Stockbrünnleins

Um 1815 machte man die Entdeckung, dass vor mehr als 300 Jahren von der Stockquelle ein gebauter Stollen mehr als 50 Meter Lang in den Berg hinen getrieben worden war, um zu der eigentlichen Quelle zu gelangen. Ein erwachsener Mann mittlerer Grösse konnte halb gebückt hindurchgehen. Einige Altertumsforscher waren der Meinung, der alte Stollen sei schon zur Römerzeit angelegt worden. Den Römern waren auch andere Heilbäder bekannt und Münzfunde in der Gegend deuten darauf hin, dass die Heilkraft der Quelle schon damals benutzt wurde.

Der starke Geruch nach faulen Eiern beweist, dass das Wasser viel Schwefel enthält. Aus einer Schrift um 1880:

Das wusste schon vor mehr als 300 Jahren jeder Waidmann, dass man beim durchstreifen der Forste am Gurnigel oftmals in seichte Waldgräben gerät, in denen es einem zu Mute wird, als hätte man ein lang vergessenes Legenest von Hühnern zertreten.

Nebst Schwefel enthielt das Wasser ziemlich viel Kohlensäure, kohlensauren Kalk, Magnesia und Chlornatrium.

Frisch gefasst von der Quelle sah das Wasser hell und farblos aus, wurde aber an der Luft nach kurzer Zeit trüb, und er bildetet sich ein grauweiser Niederschlag. Der starke Geruch nach Schwefelwasserstoff blieb in verschlossenen Flaschen monatelang erhalten.

 

Die Quelle des Schwarzbrünnleins, das Wasser fliesst heute noch...... (in der Parkanlage des heutigen Restaurant Hotel Gurnigelbad) 

 

 

 

 

Das Schwarzbrünnlein wird so genannt, weil es die Eigenschaft besitzt, Silberstücke in kurzer Zeit vollkommen schwarz zu färben. Die Quelle entspringt südöstlich des Stockbrünnleins am Rande des Waldes. Das Wasser schmeckt salzig, ist anfänglich klar, bedeckt sich bei Luftzutritt mit einem grauweisen Häutchen.

Dieses Schwarzbrünnlein liegt eine halbe Stund ob dem grossen Bad in einem morastigen finstern Wald uneingefristet, so dass die Quelle leichtlich vom Regen oder anderem Wasser Zufluss hat bekomen können, der mahlen aber wird das Wasser sauber rein und unvermischt in eingelegten Deuchlen zu dem Haupt Baad geleitet.

Vom Badhaus zum Hotel

1591 gelangte die Familie von Wattenwil, die am Gurnigel herrschaftliche Anteile besass, an die Obrigkeit mit dem Ersuchen, in der Nähe der Quelle ein Badhaus errichten zu dürfen. Der bernische Forstmeister erteilte die Genehmigung, eine Lichtung von vier Jucharten in den Wald zu schlagen. Auf dem nördlichen Sporn des Gurnigelberges wurde der Wald gereutet und ein einfaches Gebäude errichtet. Der zweigeschossige Holzbau umfasste ein halbes Dutzend Räume.

Das Bad wurde in der ersten Zeit von der Landbevölkerung rege besucht. Der Ruf des Gurnigels drang jedoch bald über die nähere Umgebung hinaus, so dass vermehrt Leute aus den Städten Bern und Thun herkamen. So musste der erste Erweiterungsbau errichtet werden, der "Stock".

damit mehr Menschen, vornehm und gering, logiert und bewirtet werden können.

Der grosse Andrang von Kurgästen rief in den Jahren 1820 bis 1824 abermals nach neuen Bauten. Es wurden 25 Wohn- und 16 Badezimmer eingerichtet. Für Minderbemittelte hat man in der nahen Sennerei, auf dem Platz der heutigen "Stockhütte", Schlafsääle mit insgesamt 80 Betten ausgestattet. Für wenig Geld konnten ärmere Gäste in der Gaststube der Sennhütte Essen erhalten.

 

 Milchtransport von der Alp  

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